East Asia WebDipl.-Ing. Sven A. Korf
Als einziges Land Südostasiens ist das Königreich Siam, durch geschickte Politik gepaart mit einer Portion Glück, der Kolonialisierung entkommen. Diese an sich sehr bemerkenswerte historische Leistung Thailands hatte auch zur Folge, daβ zu keinem Zeitpunkt eine europäische Sprache als Amtssprache eingeführt wurde.
Thailands Stärke ist das gesunde Mittelmaβ. Die Löhne sind niedrig, aber es geht auch billiger in Asien. Die Infrastruktur ist gut, aber durchaus noch verbesserungswürdig. Der Inlandsmarkt ist ordentlich, aber gewaltig ist die Kaufkraft der Bevölkerung auch nicht. Das Investitionsklima ist allgemein gut, der thailändische Amtsschimmel darf aber auch nicht unterschätzt werden. So setzt sich das fort.
Vor allem japanische Unternehmen nutzen seit vielen Jahren die Standortvorteile, um günstiger als zu Hause für den Export zu produzieren. Neben der Elektronikbranche hat sich eine beachtliche Automobilindustrie etabliert, die gröβte in Südost Asien. Fast alle groβen Hersteller sind in Thailand mit einer Fertigung vertreten. Aber auch jüngere Branchen wie die Umweltindustrie entdecken Thailand zunehmend als Markt und Produktionsstandort.
Die politische Situation Thailands kann man getrost als völlig verfahren bezeichnen. Bisher ist es der nachgeordneten staatlichen Bürokratie immer gelungen, die wirtschtliche Entwicklung des Landes von seinen politischen Querelen zu entkoppeln. Man kann nur hoffen, dass dies weiterhin so zu bleiben.
Dennoch, wenn schon Fernost, dann kann der Schritt nach Thailand für ein deutsches Unternehmen durchaus eine Vernunftsentscheidung sein. Nicht zu unterschätzen ist dabei auch Thailands Beliebtheit als Reiseziel. Sie werden kaum Personalprobleme haben, denn wer würde nicht gern an seinem Urlaubsort leben und arbeiten? “Asien light”, sozusagen.
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