East Asia WebDipl.-Ing. Sven A. Korf
Eine Hinterlassenschaft Singapurs in Malaysia sind die Buchstaben “s” und “i” im Namen des südostasiatischen Landes, das 1957 zunächst als Malaya aus britischer Kolonialherrschaft in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Seit dem Ausscheiden Singapurs aus der Föderation verbindet die beiden ungleichen Nachbarn eine herzliche Hassliebe miteinander.
Die rasante industrielle Entwicklung der letzten 25 Jahre verdankt Malaysia vor allem dem Erdöl. Aber auch sonst ist das Land reich an Bodenschätzen. Ausserdem ist es der weltgröβte Produzent von Palmöl.
Im industriellen Bereich ist neben dem staatlichen Ölkonzern Petronas vor allem die Fahrzeugsparte hervorzuheben. Mit Proton und Perodua leistet sich das kleine Malaysia gleich zwei eigene Automobilhersteller.Während Perodua mittlerweile mehrheitlich zu einem japanischen Automobilkonzern gehört, konnte Proton bisher immer auf die Unterstützung der malaysischen Regierung vertrauen, wenn es um die Wahrung der Unabhängigkeit ging.
Der Islam ist Staatsreligion. Malaysia hat bisher immer Wert darauf gelegt, sich als fortschittliches und liberales islamisches Land zu präsentieren. Dieses Bild hat jedoch Risse bekommen. Zunehmende soziale und ethnische Konflikte in dem Vielvölkerstaat haben in den vergangenen zwanzig Jahren eine Hinwendung weiter Teile der muslimischen Bevölkerungsmehrheit zum orthodoxen Islam bewirkt. Für Nichtmoslems ist davon in den Zentren des Landes (noch) relativ wenig zu spüren.
Andererseits sind die Freiheiten, die Malysia ausländischen Investoren gewährt, für ein fernöstliches Flächenland einmalig. Dieses liberale Investitionsklima, gepaart mit hoher Rechtssicherheit und niedriger Sprachbarriere, lässt Malaysia als Standort für viele westliche Unternehmen interessant werden. Vielleicht auch gerade mit dem Blick auf andere islamische Märkte gerichtet.
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